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Vorbemerkung: Mit diesem auf drei Folgen konzipierten
Artikel betreten wir Neuland. Erstmals geht es uns nicht um die Ermittlung und
Bewertung von länderbezogenen Internet-Ressourcen oder allgemein um Ressourcen
für Südostasien-Studien, sondern um die Darstellung und Bewertung von
Internet-basierten Informationsquellen, die sich mit einem für die gesamte
Region Südostasien wichtigen Thema befassen. Dabei widmen wir uns den
politischen, sozialen und ökologischen Problemen und möglichen inner- wie
interstaatlichen Konflikten, die sich aus der Nutzung einer knappen Ressource
ergeben können – dem Wasser des Mekongs in der von diesem gebildeten Subregion.
Der Mekong ist mit 4.842 km einer der längsten Flüsse der
Welt und der längste Fluss Südostasiens. Er entspringt im Tanggula-Gebirge
Tibets auf einer Höhe von 4.975 m. In China heißt der Mekong Lancan-Fluss. Über
1.000 km fließt der Lancan dann durch tief eingeschnittene Schluchten der
südchinesischen Provinz Yunnan hinab nach Myanmar und Thailand. Zwischen diesen
beiden Ländern sowie zwischen Thailand und Laos bildet der Fluss über weite
Strecken auch die Staatsgrenze. In der unteren Hälfte ist er überwiegend ein
zumeist behäbig dahinfließender breiter Strom mit relativ wenigen
Stromschnellen und Gefällen. Auf seinem Weg durch Kambodscha bilden der Mekong,
der Tonle-Sap-Fluss und der Tonle-Sap-See während der Regenzeit eine riesige
Seen- und Flusslandschaft. Die Wassermengen des Mekongs erzwingen während
dieser Zeit eine Umkehr der Strömungsrichtung des Tonle Sap. Der Fluss gilt als
die Lebensader Kambodschas. In Südvietnam verzweigt er sich in mehrere
Mündungsarme, die das Mekong-Delta bilden. Dieses ist mit einer
Jahresproduktion von mehr als 16 Mio. Tonnen Reis die Reiskammer Vietnams.
Wegen seiner Verzweigungen wird der Strom dort der "9-schwänzige Drache"
genannt. Das Mekong-Delta ist ein ausgedehntes kompliziertes Ökosystem, das
grob gesprochen von dem Gleichgewicht zwischen einströmendem Wasser aus dem
Südchinesischen Meer und den Fluten des Mekongs abhängt. Hier an der Küste
Südvietnams mündet der Mekong schließlich ins Südchinesische Meer.
Das Internet hält ein reichhaltiges Informationsangebot
bereit zu den allgemeinen wirtschaftlichen, politischen, sozialen, ökologischen
und geografischen Bedingungen und zu den mit der Nutzung des Wassers des
Mekongs in Verbindung stehenden Entwicklungen im "Mekong Basin" sowie in der
vom Mekong gebildeten "Greater Mekong Subregion" (GMS). Zu dieser werden
Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam und die chinesische Provinz
Yunnan gerechnet. Zu den wichtigsten Akteuren, die sich mit solchen Problemen
in dieser Region befassen bzw. in solche involviert sind, zählen neben den
jeweiligen Länderregierungen die Asian Development Bank (ADB) und die Mekong
River Commission (MRC), universitäre Forschungsinstitute und andere think
tanks, entwicklungsbezogene Organisationen mit ihren Projekten wie die
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), lokale wie internationale
Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) und natürlich nationale und multinationale
Wirtschafts- und Finanzunternehmen.
Wir werden das Informationsangebot der unterschiedlichen
Akteure im Laufe des Artikels im Einzelnen vorstellen und bewerten. In dieser ersten
Folge weisen wir zunächst auf einige allgemeine Quellen hin, die den
Informationssuchenden vertraut machen können mit Grundzügen der Geografie,
Ökologie, Ökonomie und Politik des "Mekong Basin" und der "Greater Mekong
Subregion". Anschließend präsentieren und bewerten wir den Internet-Auftritt
derjenigen Akteure, die für eine umfassende Erschließung und sozioökonomische
Entwicklung der Region eintreten. Hierbei stehen die Angebote der Asian
Development Bank und der Mekong River Commission im Mittelpunkt unseres
Interesses.
Auf die mediale Darstellung der Kritiker einer
sozio-ökonomischen Entwicklung, wie sie von den meisten Länderregierungen und
der Asian Development Bank verfochten wird, gehen wir im zweiten Teil unseres
Artikels ein.
In einer abschließenden dritten Folge sollen solche
Internet-basierten Quellen vorgestellt und bewertet werden, welche die
Diskussion über beispielsweise die Problematik des Baus von Staudämmen
ausweiten hin zu einer generellen Diskussion über die Bedeutung der Nutzung und
des Managements natürlicher Ressourcen für die Entstehung beziehungsweise
Vermeidung von inner- und interstaatlichen Konflikten. Als Abschluss werden
Quellen für die kontinuierliche Information über die Entwicklung der
Mekongregion und die vorgestellten Probleme besprochen.
Einen guten allgemeinen Überblick über die geografischen,
ökologischen, politischen und sozialen Bedingungen des "Mekong Basin" und der "Greater
Mekong Subregion" sowie eine gute Einführung in die von uns gewählte
Problemstellung bieten die Länderprofile auf der "Oxfam Mekong Initiative
Website". Diese Profile sind leider nur umständlich zugänglich: Von http://203.144.77.39/text_f/index.html
aus muss man unter "Country Information" auswählen. Unter "Mekong Profile" (http://203.144.77.39/text/mekong_profile.html) bietet die Site von "Oxfam" solide
recherchierte, überblickshafte Informationen zu Problembereichen wie "Forestry
and Deforestation", "Fisheries" und "Land Tenure" an. In diesen
fachspezifischen Informationen wird auch der Zusammenhang mit der bislang in
der Region verfolgten Entwicklungspolitik hergestellt. Eine willkommene
Ergänzung mag der von der Mekong River Commission gebotene Verweis zu "Special
Places" sein. Dort werden in knapper Form instruktive Hinweise auf die
besondere Bedeutung von so genannten "deep pools" angeboten (http://www.mrcmekong.org/pdf/4.pdf).
Ebenso nützlich ist in diesem Zusammenhang die von der Mekong River Commission
zum Download bereitgestellte neuere Studie zum inhaltlich verwandten Thema: "Local
Knowledge in the Study of River Fish Biology: Experiences from the Mekong" (http://www.mrcmekong.org/pdf/local_knowledge.pdf).
Umfassender und
weiter ausgreifend als die genannten Quellen sind solche Informationen, die das
"Mekong Resource Center" bereitstellt: Es bietet unter anderem ein
Arbeitspapier des für diese Region maßgeblichen Geografen Philip Hirsch und
dessen Kollegen Gerard Cheong zum Download an. In einer überaus lesbaren und
anschaulichen Art breiten die Autoren Erkenntnisse zu den unterschiedlichen
natürlichen Ressourcen des gesamten "Mekong Basin" und zu den historischen
Erfahrungen und aktuellen Perspektiven des Ressourcen-Managements aus (http://www.usyd.edu.au/su/geography/hirsch/). Über
das komplizierte ökologische System des Mekong-Deltas informiert die Nr. 4
eines ebenfalls vom "Mekong Resource Center" herausgegebenen "Working Papers" (http://www.mekong.es.
usyd.edu.au/publications/Working_Papers/wp4.pdf).
Dafür, dass man heute in Kreisen der Entwicklungsplaner
und -praktiker seit längerem nicht mehr vom "Mekong Basin", also dem direkten
Einzugsgebiet des Flusses, sondern von der "Greater Mekong Subregion" spricht,
gibt es gute Gründe. Denn diese Region hat ein ungewöhnliches
Entwicklungspotenzial. In ihr leben mehr als 245 Mio. Menschen und sie ist
reich an natürlichen Ressourcen: Es gibt gute Erde für den Landbau, riesige
Waldgebiete, zusätzlich zum Flusswasser viel Regen, der sich annähernd
gleichmäßig über die gesamt Region verteilt. Auch ist die Region reich an
Bodenschätzen wie Zinn, Kupfer, Kohle, ja sogar Öl ist gefunden worden. Im
Hinblick auf die Biodiversität wird sie nur noch vom Amazonasgebiet übertroffen.
Im weiteren Einzugsgebiet des Mekongs gibt es vier weitere Fluss-Systeme,
welche die reichen Wasservorräte und Fischvorkommen des Mekongs ergänzen. Rund
15 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen aus dem "Basin" in diesen Strom, aus
dem jährlich etwa 1,8 Mio. Tonnen Fisch im Wert von rund 1,8 Mrd. US$ gefangen
werden. Allein aus dem Tonle Sap in Kambodscha werden jährlich rund 400.000
Tonnen Fisch gezogen. Der Fluss selber ist eine tägliche Nahrungsquelle für
Millionen von Menschen und eine scheinbar unerschöpfliche Quelle für Hydroenergie.
Diese natürlichen Reichtümer haben nicht nur die Phantasie
von Entwicklungsexperten, sondern auch die der lokalen und regionalen Politiker
beflügelt. Zusammen mit Bankern und Unternehmern aus aller Herren Länder
wollen sie diese Region von einer ehedem in weiten Teilen der
Subsistenzwirtschaft verhafteten zu einer ungleich diversifizierteren,
marktbasierten Wirtschaftszone entwickeln. Inzwischen gibt es viele Pläne und
praktische Anstrengungen, den grenzüberschreitenden Handel und Verkehr zu
intensivieren, die Mobilität von Arbeitskräften zu fördern und die Region zu
einem touristischen Anziehungspunkt auszubauen. Das Wasser des Mekongs und
seiner Zuflüsse spielt dabei eine zentrale Rolle als Produktivkraft. Vor allem
die Asian Development Bank ermuntert zu großen, kapitalintensiven
Infrastrukturvorhaben, an denen der private Sektor teilnehmen soll.
In allgemeinen Zügen charakterisiert die Asian Development
Bank (http://www.adb.org) das 1992 aufgelegte
Programm zur Entwicklung der "Greater Mekong Subregion/GMS" wie folgt (http://www.adb.org/GMS/gmsprog10.asp):
The GMS
Program started in 1992. Its goal is to promote economic and social development
by strengthening economic linkages. More specifically, the Program seeks to
realize and enhance development opportunities; encourage trade and investment
among GMS countries; resolve or mitigate cross-border problems; meet common
resource and policy needs. […] The GMS Program covers both "hard"
and "soft" aspects of cooperation. The sectors covered under the Program are
energy, environment and natural resources management,
human resource development, investment, tourism, telecommunications, transport, trade. The GMS countries have identified and
prioritized almost 100 projects in these eight sectors.
Der Karteireiter "Regions and Countries" führt zu den
länder- und regionenbezogenen Seiten der ADB-site. Unter "Regions" (weiter
unten auf der Seite) findet sich auch die GMS. Vorgestellt wird dort u.a. eine
neue Publikation, die sich mit der strategischen Ausrichtung der
Regionalentwicklung über die nächsten 10 Jahre beschäftigt, aber auch die
ersten 10 Jahre des GMS-Programms der Asian Development Bank beleuchtet und
somit einen guten Einstieg in dieses Thema bietet (http://www.adb.org/Documents/Books/Building_Success/default.asp).
Die Publikation kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Im Rückblick auf die
letzte Dekade wird unterstrichen, dass insbesondere die Interessen vor Ort zu
wenig Berücksichtigung bei der Planung neuer Entwicklungsmaßnahmen gefunden
haben. Dieses Manko zu beseitigen wird demzufolge als größte Herausforderung
für die nächsten 10 Jahre angesehen. Vorschläge, wie eine breitere
Partizipation in der Entscheidungsfindung erreicht werden soll, finden sich
jedoch in dem Dokument nicht.
Hat man "About GMS" auf der rechten Seite angeklickt,
finden sich als Unterpunkte die Länderprofile der GMS-Anrainerstaaten. Alle
Länder-Links führen unter "Strategies and Programs" zu je einem ausführlichen
Dokument (im pdf-Format), welches sich dem Entwicklungsstatus des jeweiligen
Landes, der Umsetzung laufender ADB-Programme und den künftigen Aufgaben widmet
(beispielhaft für Thailand: http://www.adb.org/Documents/CSPs/THA/2001/default.asp?p=ctrytha).
Nützlich für einen ersten Überblick zur Entwicklungssituation des jeweiligen
Landes sind auch die auf der rechten Seite angezeigten vertiefenden
Länderinformationen. Unter "key figures" erhält man zu Thailand beispielsweise
auf 12 Seiten statistische Informationen in Zeitreihen für die Jahre 1991 bis
2001.
Unter "About GMS" findet sich des Weiteren eine Einführung
in das GMS-Programm, in der auf den Ursprung des Programms und insbesondere die
Rolle der ADB näher eingegangen wird (http://www.adb.org/GMS/program.asp).
Ein weiterer Eintrag auf der rechten Bildschirmseite führt
zu den bisher in Angriff genommenen Projekten im Rahmen des GMS-Programms (http://www.adb.org/GMS/Projects/default.asp).
Dort kann der bisherige Umfang der geleisteten finanziellen und technischen
Hilfe nachvollzogen werden. Ablesbar ist u.a., dass die zur Verfügung stehenden
Mittel insbesondere großen Infrastrukturprojekten zugute kommen. Über die Jahre
lässt sich allerdings ein Wandel beobachten: Waren es zuerst Staudamm- und
Verkehrswegeprojekte, die im Rahmen des GMS-Programms initiiert wurden, so
stehen inzwischen sog. Entwicklungskorridore im Fokus. Die geleistete
technische Hilfe verteilt sich ansonsten auf ein breites Spektrum an Maßnahmen:
Von der Malariabekämpfung über die Tourismusförderung bis hin zum Thema
Arbeitskräfteentwicklung in der Mekong-Region. Aber selbst letzteres Thema
weist wiederum eine breite Palette an konkret geplanten Maßnahmen auf: Von
einer länderübergreifenden Bestandsaufnahme zur Verfügung stehender Arbeitskräfte
über eine länderübergreifende Netzwerkbildung zwischen ausgewählten
Forschungsinstitutionen bis hin zur Eindämmung der Verbreitung von HIV/AIDS.
Eine informative Zusammenfassung der GMS-Aktivitäten
findet sich unter dem Karteireiter "publications". Dort hat man Zugang zu dem "ADB-Review"-Schwerpunktheft
zum Thema "Greater Mekong Subregion Summit 2002" (http://www.adb.org/Documents/Periodicals/ADB_Review/2002/vol34_6/vol34_6.pdf
).
Wie der Titel besagt, beschäftigt sich die Publikation mit
dem GMS-Gipfel vom 3. November 2002 in Phnom Penh. Das Heft stellt noch einmal
die Entwicklungskorridore und die damit verbundenen großen
Infrastrukturvorhaben vor (Nord-Süd und Ost-West), geht auf das Thema
Umweltschutz ein (Stichwort: "Strategic Environmental Framework") und
präsentiert schließlich auch geschlechterspezifische Studien, die die
besondere Bedeutung der Teilhabe von Frauen am Entwicklungsplanungsprozess
thematisieren. Der Artikel "Power to the People" rückt den Rahmen allerdings
noch einmal zurecht: Nicht etwa die Übertragung der Planungsgewalt an die
Projektbetroffenen wird hier angesprochen, sondern es geht schlicht um das "alte"
Mekong-Thema, die Stromproduktion durch Wasserkraft. Allerdings hat man sich
hier gründlich von der bekannten Rhetorik konfliktfreier Großprojekte verabschiedet.
Benannt werden vielmehr Vor- und Nachteile der Projekte, wobei die Vor- die
Nachteile überwiegen sollten. Hervorgehoben wird auch die Sicherung der Rechte
Projektbetroffener: Sollten Projekte fehlschlagen, muss die volle Kompensation
der Leidtragenden sichergestellt sein. Interessant wären hier sicher noch Erfahrungen
aus der Praxis gewesen. Dies umso mehr, als die ADB neue Wege der Partnerschaft
mit der Zivilgesellschaft anstrebt und die Interaktion zwischen der Bank, den
Mitglieds-Regierungen und den Nichtregierungs-Organisationen verbessern
möchte. Dies erklärt die Bank jedenfalls zu ihrem Ziel in dem Dokument "ADB-Government-NGO
Cooperation: A Framework for Action" (2003-2005), das im pdf-Format zum
Herunterladen bereit steht (http://adb.org/NGOs/Framework/framework.pdf).
Seit 1995 ist die Mekong River Commission (http://www.mrcmekong.org/) für die
nachhaltige Entwicklung am Mekong zuständig. Sie ist aus dem bereits 1957
gegründeten Mekong Sekretariat hervorgegangen. Mit der Neugründung und der Verlagerung
des Standortes von Bangkok nach Phnom Penh sollte vermutlich auch die Abkehr
von früheren Vorhaben in der Region dokumentiert werden. Zentrales Projekt des
Mekong Sekretariats war nämlich nichts Geringeres als die Umwandlung des
Mekongs in ein System aus mehreren Staustufen, mit einer installierten Leistung
von insgesamt ca. 20.000 MW.
Schaut man sich den Internet-Auftritt des Sekretariatsnachfolgers
an, so ist von derartiger Hybris kaum noch etwas zu spüren. Selbst in der
(hübschen, aber sehr umständlich zu handhabenden) Dokumentation der Geschichte
des Sekretariats wird nicht genauer auf die alten Planungen eingegangen (http://www.mrcmekong.org/about_mekong/history.htm).
Insgesamt scheint man sich den diversen Kritikern gebeugt zu haben, für die
hier stellvertretend aus einer 1988 am Asian Institute of Technology in Bangkok
veröffentlichten Master-Arbeit zitiert sei:
The
activities of the Mekong Committee have been focused on technical problems of
reservoir construction and optimizing economic effectiveness. However,
sociological impacts have been neglected, especially on cultural development and life quality in rural
areas such as housing, water supply, sanitary facilities, public education.
[…] The fact that undue and unrealistic emphasis was given to power generation
within the Mekong Basin, for which is no market demand, has hindered the great
development potentials for meeting the basic needs of the population. It is a
case of misplaced objectives (Cui Jiuxu).
Heute propagiert die MRC Folgendes:
The Basin
Development Plan of 2002 is a basin-wide planning process rather than a
specific list of projects. Planning today means participatory planning and
plans are informed by a much expanded range of stakeholders than was once the
norm (http://www.mrcmekong.org/about_mekong/history_10a.htm).
Da viele Projekte jedoch in der Verantwortung einzelner
Länderregierungen liegen, müssen Anspruch und Wirklichkeit nicht unbedingt
deckungsgleich sein. Unbestritten ist, dass man sich seitens der MRC intensiv
Gedanken zu den Möglichkeiten der Partizipation aller Projektbeteiligten
gemacht hat (vgl. http://www.mrcmekong.org/pdf/Public%20Participation%20the%20context%20of%20the%20Mrc.pdf).
Am Ende dieser Überlegungen stehen allerdings nur Richtlinien, keine
Verpflichtungen.
Institutionell kam es mit der Neugründung zu einer
vollständigen Neuausrichtung: War das Sekretariat an die Economic and Social
Commission of Asia and the Pacific und das United Nations Development
Programme angebunden, so ist mit dem Neuauftritt 1995 die Verantwortung an eine
Ministerrunde, deren Zusammensetzung durch die Mitgliedsstaaten vorgegeben ist,
übergegangen.
Erfolge sind, dies wird auf der Site auch eingestanden,
nur mühsam zu erringen. Der für die Arbeit der MRC zentrale
Mekong-Entwicklungsplan wird – finanziert durch Entwicklungshilfegelder
diverser Industrieländer – erst frühestens 2004 in einer vorläufigen Version
fertiggestellt sein (http://www.mrcmekong.org/programmes/bdp/bdp.htm).
Zahlreiche kleinere Projekte laufen bereits, wie man den ausführlichen
Jahresplanungsberichten entnehmen kann (http://www.mrcmekong.org/programmes/programme.htm).
Auch die im Oktober 2001 verabschiedete, 130 Seiten starke "Hydropower
Development Strategy" der MRC ist über das Internet abrufbar und ermöglicht so
den Vergleich heutiger mit früheren Planungen (http://www.mrcmekong.org/pdf/MRCHydropowerDevelopmentStrategy.pdf
).
Grundsätzlich hat die MRC noch mit einem zentralen Problem
zu kämpfen: China, das zwar Mitglied im GMS-Programm ist, gehört bis heute
nicht der Kommission an. Alles Streben der Mekong River Commission nach einer
nachhaltigen Entwicklung entlang des Mekong-Flusses ist daher vor dem
Hintergrund dieser Restriktion zu sehen.
Auf die mediale Darstellung der Kritiker einer
sozio-ökonomischen Entwicklung, wie sie vor allem die Asian Development Bank
verficht, gehen wir im zweiten Teil unseres Artikels ein.
Diese tieferen Gebiete des Mekong sichern
Fischen das Überleben während der Trockenperiode, wenn der Fluss sehr viel
weniger Wasser führt und die Flussauen austrocknen.
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