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Singapur, der kleine Stadtstaat an der Spitze der
malaysischen Halbinsel mit dem Löwen ("lion's city") im
Stadtsiegel, hat von allen südostasiatischen Ländern den höchsten Grad der
Internetnutzung. Dies zeigt die Statistik der "International
Telecommunication Union" in ihrer letzten kostenfrei nutzbaren
Statistik aus dem Jahre 2003 (siehe http://www.itu.int/ITU-D/ict/statistics/at_glance/Internet03.pdf).
Die "Infocomm Development Authority of Singapore (IDA)"
meldet, dass im Jahr 2004 42% aller Haushalte über Breitband und 41% der Bürger
Singapurs über die Nutzung von Modems Zugang zum Internet hatten (siehe http://www.ida.gov.sg/idaweb/factfigure/infopage.jsp?infopagecategory=factsheet:factfigure&versionid=1&infopageid=I3060).
Auch
"E-governance" steht bei der Regierung des Stadtstaates hoch im
Kurs: "The Singapore's government vision is to be a leading
e-Government to better serve the nation in the digital economy",
lautet das Motto der "Infocomm Development Authority". Deren
Ziel wiederum ist, Singapurs Informationstechnologie-Industrie in einen
Wachstumsmotor für die gesamte Wirtschaft des Landes zu verwandeln (siehe http://www.ida.gov.sg/idaweb/marketing/infopage.jsp?info
pageid=I781&versionid=2).
Kein Wunder, dass das internetgestützte Informationsangebot
aus und über Singapur für dessen Bürger wie für andere Interessierte
außerordentlich umfangreich und ausdifferenziert ist. Nahezu alle
Interessengebiete werden abgedeckt. Der Zugang zu Regierung und Verwaltung
durch das Internet ist vielfach niedrigschwellig, Rückmeldung zu Politikern
offiziell erwünscht, wie der "Acting Second Minister for Finance", Herr Raymond
Lim, jüngst auf dem "e-Government Forum 2004" das Auditorium
wissen ließ (seine diesem Forum gewidmete informative keynote address findet
sich unter http://www.egov.gov.sg/
CommunicationsMaterials/Keynote+Address+by+Mr+Raymond+Lim+at+e-Government+
Forum+2004.htm).
Bürgerbeteiligung
ist aber nicht gleichzusetzen mit nachhaltigem und weitreichendem Einfluss auf
Entscheidungen der Regierung. Und ein breites und reichhaltiges Informationsangebot
ist auch kein Garant für tiefgehende, auch kritische Informationen zur
politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung eines Landes. Für
beides ist Singapur und das internetgestützte Informationsangebot aus und über
den Stadtstaat ein gutes Beispiel. Wir werden auf diese Zwiespältigkeit in der
nachfolgenden Darstellung ebenso eingehen wie auf die vielgestaltige kritische
Gegenöffentlichkeit, die in Singapur die Möglichkeiten des Internets für ihre
Zwecke überzeugend nutzt. Letztere steht im Mittelpunkt des 2. Teils dieses
Artikels, der in der nächsten Ausgabe von ASIEN zu lesen sein wird.
Regierung und Verwaltung Singapurs sind vollständig im Netz
erfasst. Den Einstieg in die Welt staatlicher Information ermöglicht ein
übersichtliches Portal (http://www.gov.sg/). Die
Einstiegsseite gliedert sich im Wesentlichen in sechs Teile. Zwei davon
("Whats new" und "Spotlight") enthalten
aktuelle Informationen, so über einen anstehenden Besuch von Ex-Premierminister
Goh in Malaysia und die Vorstellung des Haushalts 2005.
Unter "Releases & Speaches" erhält man
Zugriff auf Pressemitteilungen und die Reden von Ministern und Abgeordneten.
Direkt zugänglich ist aktuelles Material, ältere Einträge sind in einem Archiv
abgelegt, das über Suchbegriffe erschlossen werden kann (http://stars.nhb.gov.sg/public/index.html).
Der vierte Teil des Portals "Information and Policies"
enthält zum einen Einführungen in die Politik Singapurs zu verschiedenen
Politikfeldern (Verteidigung, Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen), stellt aber
zum anderen auch eine bunte Mischung an Programmen aus den Bereichen Kunst,
Familie und Gesellschaft vor (http://www.gov.sg/information&policies.htm).
Unter "Government Who's Who" werden sodann der Präsident, der
Premierminister und die Mitglieder des Kabinetts vorgestellt (http://www.gov.sg/whoiswho.htm). Ähnlich
den Gelben Seiten findet sich im letzten Teil "A-Z Government
List" jede Behörde des Stadtstaates, vom ASEAN-Ausschuss für Kultur
und Information bis zur Agentur für Stadtsanierung (http://www.gov.sg/govtlist_A.htm). Nahezu
jede dieser Institutionen verfügt über eine eigene Website. Ist dies einmal
nicht der Fall (wie bei der Zahnärztlichen Vereinigung), sind Ansprechpartner
mit Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterlegt.
Natürlich sind auch alle Ministerien an dieser Stelle
aufgeführt (http://www.gov.sg/
govtlist_Minis.htm). Die Websites ermöglichen den Zugriff auf
umfangreiche Materialbestände zu den jeweiligen Politikfeldern. In der Regel
findet sich ein Mix verschiedener Themen: Aktuelle Nachrichten sind ebenso zu
finden wie ein Nachrichtenarchiv, die Reden wichtiger Vertreter des jeweiligen
Ministeriums, eine Übersicht zu wesentlichen vom Ministerium vertretenen
Programmen, eine Abbildung der thematischen Arbeitsfelder des jeweiligen
Ministeriums und Links zu thematisch nahestehenden Organisationen.
Ein Beispiel ist das Ministerium für Umwelt und
Wasserressourcen (http://app.mewr.gov.sg/
home.asp?id=M1). Im "Spotlight" auf der Einführungsseite
finden sich tagesaktuelle Nachrichten und Abdrucke aktueller Reden einschlägiger
Politiker. Das Archiv der Pressemitteilungen und Reden reicht zurück bis 1999 (http://app.mewr.gov.sg/
press.asp?cid=126&nid=126&id=SAS471). Als wichtigstes
strukturierendes Element findet sich eine thematische Gliederung der
strategischen Kernaufgaben des Ministeriums (Luft-, Wasser-, Boden-, Energie
und Internationale Umweltpolitik) sowie der Verweis auf das handlungsleitende
Umweltpolitik-Programm, den "Singapore Green Plan" (http://www.mewr.gov.sg/sgp2012/default.htm).
Allein der "Singapore Green Plan" und die zugehörigen
Webseiten ermöglichen ein gutes Verständnis der Umweltpolitik Singapurs. Insbesondere
können hier das "Action Programme" mit einer detaillierten
Auflistung der bis 2012 geplanten Maßnahmen und die zugehörigen
"Action Programme Committee Reports" genannt werden, die für
alle wichtigen Politikfelder auch den Status Quo beleuchten (http://www.mewr.gov.sg/sgp2012aps/index.htm).
Bei Durchsicht der Seiten des Ministeriums finden sich
zahlreiche Verweise auf weitere, mit dem Thema Umwelt befasste Institutionen.
So erhält man auf der Seite des Umweltrates von Singapur (http://www.sec.org.sg/) mehr Informationen über
die Systematik der Umweltkennzeichen (vergleichbar dem Blauen Engel oder der
Energieeffizienzklassen für Elektrogeräte in Deutschland), erhält umfangreiche
Informationen zum operativen Umweltmanagement auf den Seiten der Nationalen
Umweltagentur (http://app.nea.gov.sg/),
auf der sich auch die aktuelle Umweltgesetzgebung und Erklärungen im
"Frequently Asked Questions"-Format nachlesen lassen, oder
zum Umweltinstitut Singapur (http://www.nea.gov.sg/
cms/sei/index.html), das sich dem Thema Umweltbildung widmet und
entsprechende Lehrgänge anbietet.
Die übrigen Ministerien liefern eine ähnlich breite Spanne
an Informationen. Das Bildungsministerium (http://www.moe.gov.sg/),
um ein letztes Beispiel zu nennen, führt nicht nur in die Struktur des
Bildungssystems und die Ziele der Bildungspolitik Singapurs ein (http://www.moe.gov.sg/corporate/desired_outcomes.htm),
sondern listet auch die zu vermittelnden Kompetenzen eines jeden Schuljahres
auf, publiziert Lehrpläne für diverse Fächer und stellt sogar Materialien zur
Selbstbewertung der Qualität von Kindergärten ins Netz (http://www.moe.gov.sg/preschooleducation/PEAK%20Version%201%20(Sep04).pdf).
Trotz der sehr ins Detail gehenden Informationen zum Thema
Bildung bieten die Seiten des Ministeriums doch keinen Einblick in das
tatsächlich bestehende Angebot hinsichtlich der Aus-, Fort- und Weiterbildung
in Singapur. Hier kommen die Bürgerseiten ins Spiel. Ebenfalls auf der
Startseite des zentralen Portals der Regierung und Verwaltung Singapurs findet
sich ein Karteireiter "Citizens & Residents". Nach einem
Klick befindet man sich auf der eCitizen Website, auf der man sich
bemüht hat, Informationen zu möglichst allen Aspekten des Lebens in Singapur
zusammenzustellen und die meisten Schnittstellen zwischen Bürger und Verwaltung
elektronisch abzubilden (http://www.ecitizen.gov.sg/).
Die Spanne der Informationen reicht vom Kulturkalender bis zum Vorgehen beim
Kauf eines Pkw.
Der bildungsbezogene Teil ("Education, Learning and
Employment") verweist zwar auch auf Inhalte des Bildungsministeriums,
geht aber mit praxisbezogenen Informationen jeweils darüber hinaus. Angaben zum
Schulwesen werden beispielsweise ergänzt um Hinweise zu Stipendien und
Schulgebühren. Sehr ausführlich sind die Angaben zum Thema Kompetenzaufbau
("skill upgrading", siehe http://ele.ecitizen.gov.sg/tra/tra01.htm).
Für verschiedene Berufsrichtungen und bereits erworbene Abschlüsse werden,
getrennt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Fördermöglichkeiten, Anbieter von
Weiterbildung und eine Aufschlüsselung des aktuellen Angebots
abschlussgebundener Weiterbildung nach Fachrichtungen vorgenommen (siehe http://ele.ecitizen.gov.sg/tra/tra0202.htm).
Auf einige besondere Websites soll abschließend eingegangen
werden: Die Verfolgung des Gesetzgebungsprozesses erleichtert der Online-Zugang
zum Amtsblatt Singapurs (http://www.egazette.com.sg/egazette/welcome.asp).
Der Dienst ist allerdings kostenpflichtig. Für den Standardnutzer kostenlos ist
hingegen die Nutzung des Datenbestandes des Amtes für Statistik (http://www.singstat.gov.sg/). Unter keystats
ist der Datenbestand verschiedener Statistikquellen aufbereitet und wird
jeweils als pdf-Datei zur Verfügung gestellt (http://www.singstat.gov.sg/keystats/keystats.html).
Die wichtigsten Indikatoren sind auf einer Seite zusammengetragen (http://www.singstat.gov.sg/keystats/mqstats/indicators.html),
bei Bedarf können von dieser Seite aus aber auch Themen weiter verfolgt werden,
da die Indikatoren (z.B. "Arbeitslosenquote") mit
weiterführenden Informationen verlinkt sind. Eine sehr einfache Übersicht zu
den wichtigsten statistischen Indikatoren Singapurs findet sich unter
"key annual indicators" (http://www.singstat.gov.sg/keystats/annual/indicators.html).
Dort sind zu jedem Eintrag auch bereits aufbereitete Grafiken hinterlegt, die
allerdings eher der Illustration denn der Weiterverarbeitung dienen. Weitere
Statistiken finden sich im Übrigen auch auf den Seiten einiger Ministerien. So
bietet das Bildungsministerium unter dem Eintrag "resources"
fachbezogene Statistiken an, die aber im Gegensatz zum Angebot des Amtes für
Statistik individuellen Wünschen entsprechend zusammenstellbar sind (http://sam11.moe.gov.sg/esd/). Leider ist
das Datenmaterial auf den Zeitraum bis 2003 beschränkt.
Mit der Vorstellung der Seite des Parlaments Singapurs soll
die Übersicht staatlicher Informationen im Netz beendet werden (http://www.parliament.gov.sg/). Neben
allgemeinen Informationen zu Rolle, Funktion und Zusammensetzung des Parlaments
(inkl. Kontaktdaten und Lebenslauf jedes Abgeordneten) findet sich hier eine
Liste der seit Anfang 2002 verabschiedeten Gesetze (http://www.parliament.gov.sg/Legislation/Htdocs/leg-main.html).
Die seit 1959 regierende People's Action Party (PAP) (http://www.pap.org.sg) bietet auf ihrer
Homepage einen Rückblick auf die letzten Wahlen (die 2001 stattfanden) (u.a.
mit der Rede des Generalsekretärs, dem Wahlmanifest mit dem Motto: Vereinigtes
Volk, sichere Zukunft, besseres Leben), einen bebilderten Abriss der
(Partei-)Geschichte (in dem deutlich wird, wie sehr die PAP ihre Geschichte mit
der des Stadtstaates und dessen Wohlergehen verknüpft sieht, siehe: http://www.pap.org.sg/Party_History), stories
and news (worunter im aktuellen Fall Reden der Parteigrößen aus Anlass des
50-jährigen Bestehens der PAP fallen) sowie Links zu der
Jugendorganisation YoungPAP (http://www.youngpap.org.sg), der Frauenorganisation (welche
mit der aparten Wortschöpfung "Women's Wing" belegt ist,
siehe http://www.pap.org.sg/womenswing/mission.html)
und den ebenfalls mit der PAP engstens liierten Gewerkschaften (National Trade
Union Congress (NTUC), siehe: http://www.ntuc.org.sg).
Des Weiteren findet sich auf der Homepage der PAP ein Link zu aktuellen
und früheren Ausgaben des Petir Magazine. Dieses Magazin bietet wiederum
die Reden von wichtigen Parteimännern und -frauen, die anlässlich der Wahlen
zum neuen zentralen Exekutivkomitee ihre Gedanken und Vorschläge zum (dritten)
Generationswechsel in der Spitze von Partei- und Staatsführung vortragen. Die
Website der Nachwuchsorganisation YoungPap (http://www.youngpap.org.sg)
bietet ebenfalls nur wenig Informatives. Eine Stellungnahme zu den Visionen der
Organisation und ihrer mission (sinnfällig in einem Diagramm
ausgedrückt, siehe: http://www.youngpap.org.sg/abtus_vision.shtml)
macht deutlich, dass es sich hier ausschließlich um eine Einrichtung zur
Rekrutierung von Parteinachwuchs handelt. Noch weniger eindrucksvoll und
informativ fällt die Website des "Frauenflügels" aus
(wenn man die technisch aufwändige Introduction hinter sich gelassen
hat). Hier beschränkt man sich im Wesentlichen auf die Darstellung einiger
weniger Aktivitäten (Study trip to China, Study trip to Kuala Lumpur u.a.m.),
die Ablichtung wichtiger Funktionärinnen und die knappe Schilderung der
Meilensteine der Entwicklung der Organisation.
Die mit nur einem Abgeordneten im Parlament vertretene
Oppositionspartei The Worker's Party (http://www.wp.org.sg)
bietet auf ihrer Homepage moderate Kritik an der PAP und deren
Regierungsstil sowie verschiedenen Politikern an (siehe dazu vor allem das
Magazine Hammer Online, zu finden unter: http://www.wp.org.sg/news/hammer_online.htm).
The Worker's Party stellt sich dar als Partei des einfachen Volkes. Sie
kritisiert die PAP als Partei der Elite und des schnöden Materialismus. Wichtig
ist ihr eine funktionstüchtige Demokratie und eine aktive Zivilgesellschaft –
beides sieht sie in Gefahr durch die nahezu uneingeschränkte Herrschaft der
PAP. Die Homepage bietet weiterführende Links zu Einrichtungen der
Gegenöffentlichkeit.
Schon etwas inhaltsvoller ist das virtuelle Heim der
Singapore Democrats (http://www.singaporedemocrat.org).
Die Demokraten wollen ebenfalls das in ihren Augen autoritäre Herrschaftssystem
der PAP durch demokratische Reformen und eine aktive Zivilgesellschaft
verändern. Auf ihrer Website bieten sie für ihre Kritik auch Belege –
zum Beispiel in Form der "Hall of Shame", in der das
Schicksal von Kritikern der Regierung eindringlich geschildert wird (http://www.singaporedemocrat.org/index.php?id=informations/
hallofshame) oder der (zweifellos polemischen) Gegenüberstellung von
"Rhetoric Vs Reality". Hier werden die An- und Aussprüche
führender Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur mit
Gegenargumenten der Demokraten versehen (http://www.singaporedemocrat.org/index.php?id=informations/reality.html).
Ebenso kritische Darstellungen aus zumeist ausländischen Presseerzeugnissen und
(eigene) Pressemitteilungen machen das virtuelle Heim der Demokraten zu einer
recht anregenden Stätte der politischen Auseinandersetzung.
Die Homepage der National Trade Union Confederation (NTUC)
(http://www.ntucworld.org.sg) ähnelt im
Aufbau stark dem Aufbau der Websites, die von der Singapore Press Holding
(siehe unten) unterhalten werden. Und auch inhaltlich gibt es Übereinstimmungen
zu den von den meisten Singapurer Medien vertretenen Ideen aus dem Bereich des
politischen Mainstream. Erstaunlich für europäische, mit anderen
gewerkschaftlichen Vorstellungen und Forderungen vertraute Beobachter mögen im
Mittelpunkt der news stehenden Meldungen und Informationen zum Beispiel
zu Tripartite Guidelines on Flexible Work Schedules (http://www.ntucworld.org.sg/ntucunions/guidelines_Flexible_Work_
Schedules.asp) und das Lob für einen generösen Staatshaushalt sein.
Letzterer wird von den Gewerkschaftern wegen seiner Aufwendungen für
Gesundheitsfürsorge und Bildungsausgaben positiv eingeschätzt (http://www.ntucworld.org.sg/ntucunions/news_250205a.asp).
Andere von den Gewerkschaften vertretene programmatische Standpunkte werden in
Positionspapieren entwickelt (beispielsweise zu Lohnreformen, die dem Ziel
einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der singapurianischen Wirtschaft
verpflichtet sind; zu Weiterbildungsmöglichkeiten und der Einrichtung
individueller Bildungskonten; zur Förderung von Frauen und ihrer stärkeren
Berücksichtigung bei der Besetzung von Führungspositionen), die ebenfalls auf
der Website von NTUC zu finden sind (http://www.ntucworld.org.sg/
ntucunions/key_progs.asp). Drei e-Newsletters (nicht nur) für
die 450.000 Mitglieder sowie Angebote der Training Centres
vervollständigen das Angebot der gewerkschaftlichen Homepage.
Die Presselandschaft wird von der Singapore Press Holding
(SPH) (http://www.sph.com.sg) beherrscht. Das von
ihr unterhaltene Portal asiaone (http://asia1.com)
bietet unter anderem latest news und Wirtschaftsnachrichten aus sowie
Links zu den von der Holding vertriebenen Zeitungen und Zeitschriften (The
Straits Times, The Business Times, The New Paper, Digital
Life, Shipping Times, Lianhe Zaobao, Berite Harian und
Tamil Muraru) an. Die Auswahl erscheint zufällig. The Straits Times
Interactive (http://straitstimes.asia1.com)
stellt die aktuelle Printausgabe ins Netz (wobei allerdings bislang bestimmte business
reports, showbiz gossip und die lifestyle features sowie die
wöchentlichen Beilagen zu consumer electronics und health fehlen)
und sie bietet einen kostenfreien Rückgriff auf das Archiv der letzten drei
Ausgaben. Auf beides ist ein Zugriff allerdings erst möglich, nachdem man sich
hat registrieren lassen und diese Nutzerregistrierung (per E-Mail) bestätigt
worden ist. Beides dauert zusammengenommen maximal 10 bis 15 Minuten. Eine
Benutzung des vollständigen Archivs der Singapore Press Holding (das
zurückreicht bis ins Jahr 1989 und neben den genannten Zeitungen weitere
Erzeugnisse in den Beständen hat) ist kostenpflichtig. Die Benutzung von News
link (http://newslink.asia1.com.sg)
macht allerdings das Ausfüllen eines Formblattes mit den Zahlungsmodalitäten
erforderlich. Man kann zwischen einem jährlichen Abonnement des Dienstes und
der Bezahlung pro Artikel wählen – Letzteres schlägt mit umgerechnet knapp 1
EUR pro Artikel zu Buche.
Die mit relativ wenig Werbung und ebenso unaufwendig wie
nutzerfreundlich gestaltete Website der The Straits Times Interactive
(http://straitstimes.asia.com.sg)
ist das politische Flagschiff der Holding. Sie bietet neben der aktuellen front
page und den zumeist auf lokale und regionale Ereignisse abgestimmten top
stories Nachrichten aus Singapur, Asien und der Welt. Ferner wird ein
ausführlicher Wirtschaftsteil mit dem wörtlich zu verstehenden Schwerpunkt money
sowie ein Bereich mit vor allem politischen und wirtschaftspolitischen
Kommentaren angeboten (review). Herauszuheben aus diesem
Informationsangebot und eine verlässliche und gute Informationsquelle ist der
Bereich mit Nachrichten aus Asien, die wiederum nach verschiedenen Ländern
gruppiert sind. Hier finden sich tagesaktuelle Informationen aus eigenen
Quellen sowie aus den einschlägigen Meldungen und Berichten der großen
Nachrichtenagenturen und News Channels. In der Zusammenschau ermöglichen
diese Meldungen und Berichte einen guten, allerdings stark ereignisorientierten
Überblick über die politische Entwicklung in Asien. Ähnliches gilt auch, wenn
man sich auf die Rezeption von länderbezogenen Informationen beschränkt. Die
Kommentare beziehen sich zumeist auf lokale und regionale Probleme, sind
moderat in ihrer Stoßrichtung und zumeist konstruktiv angelegt. So wird zum
Beispiel der bereits erwähnte großzügige Staatshaushalt für das neue
Wirtschaftsjahr daraufhin hinterfragt, ob er Wahlgeschenke der Staatspartei PAP
enthalte, was die Wiederwahl der von ihr gestellten Abgeordneten und Minister
sichern helfen soll. Der nächste Kommentar gleicht solche Kritik wieder aus,
indem betont wird, dass die Armen und Bedürftigen jede Hilfe gebrauchen
könnten.
Ende Februar 2005 hat die SPH wissen lassen, dass ab Mitte
März die Lektüre der Online-Ausgabe der Straits Times kostenpflichtig
sein wird (siehe die Meldung aus The Industry Standard vom 25.2.2005, http://www.thestandard.com/internetnews/001014.php).
Die Straits Times folgt damit den Beispielen von Financial Times,
Wall Street Journal und South China Morning Post, die für den
Zugang zu ihren Internetausgaben bereits seit längerem Gebühren verlangen. Zur
Begründung heißt es, dass man ein gutes Produkt anbiete, für dessen Nutzung die
interessierten Leser wohl auch bezahlen würden. Auch sei es kein durchhaltbares
Geschäftsprinzip, für die gedruckte Ausgabe Geld zu verlangen und die
Internet-Ausgabe kostenfrei zu vertreiben. Das Jahresabonnement der online
edition wird umgerechnet rund 56 EUR kosten (zum Vergleich: Die gedruckte
Ausgabe kostet derzeit umgerechnet rund 128 EUR). Geboten werden sollen dafür
dann zusätzlich die bislang online nicht verfügbaren Produkte (siehe
oben) sowie ein Rückgriff auf das Archiv, das die Ausgaben der letzten 7 Tage
bereit halten wird. Die Business Times (BT) (http://business-times.asia1.com.sg) ist
das wirtschaftspolitische Pendant zur Straits Times. Auch die Website
der BT ist erfreulich wenig aufwändig gestaltet, die gedruckte Ausgabe
steht vollständig im Netz, einen guten Überblick über die Ereignisse vermittelt
der Zugriff auf All the Headlines (http://business-times.com.sg/alltheheadlines/):
Dieser Teil des Informationsangebotes ist tagesaktuell gegliedert und bietet
beispielsweise (am 26.2.2005) nach den Top Print Edition Stories,
Nachrichten aus den Bereichen Companies and Markets, Singapore News,
Malaysia News, China News, India News, Asia Pacific
News, World News, Opinion and Editorial u.a.m. mehr. Daneben
findet sich noch ein ausführlicher Bereich mit Nachrichten und Berichten zu Stocks,
Markets und Statistics sowie BT Specials mit
unterschiedlichen Schwerpunkten.
Alles in allem bieten BT und Straits Times einen
verlässlichen Informationspool, der allerdings weitgehend auf die Vermittlung
von Fakten beschränkt ist und in dem Analysen, zumal kritische und
grundlegende, kaum vorkommen. Ähnliches gilt übrigens auch für Channel News
Asia International, dem von der MediaCorp Group betriebenen
singapurianischen Nachrichtenkanal (http://www.channelnewsasia.com/).
Eingeschränkt empfehlenswert ist allenfalls die von Channel News Asia
International angebotene tagesaktuelle Übersicht über Ereignisse in
Singapur (http://www.channelnewsasia.com/cna/singapore.htm).
Aber auch diesem Angebot fehlt weitgehend der analytische Tiefgang und eine
Berichterstattung, die die Aktivitäten der Regierung kritisch begleitet. Der
weitgehende Verzicht auf Kritik in den genannten singapurianischen Medien
spiegelt die politischen (Mehrheits-)Verhältnisse in Singapur wider. Eine
kritische Gegenöffentlichkeit hat sich seit längerem das Ziel gesetzt, die
politischen Verhältnisse und die Berichterstattung im Stadtstaat zu verändern.
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