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Die Ausbeutung der Ressource
Mekong und des Mekong Basin gefährden das ökologische Gleichgewicht und
die soziale Stabilität in seinen sechs Anrainerstaaten. Die Interessen der
sechs Länder sind hinsichtlich der Nutzung des Wassers des Mekongs höchst
unterschiedlich. Konflikte um die Nutzung der Ressource sind zumindest denkbar.
Zu dieser Schlussfolgerung kann man kommen, wenn man der Argumentation von The
Water Page folgt (http://www.thewaterpage.com/index.htm).
Diese Website, herausgegeben von einem unabhängigen
britischen think tank, hält ein sehr umfassendes
Informationsangebot zum Thema Wasser bereit, darunter auch eine Website, die
sich dem Mekong widmet:
The
natural resource management issues and priorities differ in each of the
countries and the level of development and populations vary significantly. In
north-east Thailand, with over 20 million people, the water resources are virtually
fully developed and problems are emerging associated with salinisation of
arable lands as result of over-clearing of native vegetation and poor irrigation,
soil erosion, and declining water quality in the rivers and streams. In Laos,
with 5 million people and a much poorer country from a GDP perspective, the
water resources are largely undeveloped. Cambodia, with 10 million people, is
recovering from decades of war, and in the Mekong delta some 20 million
Vietnamese live on some of the most highly productive agricultural land in the
world. In short, the Thai want more water; the Laotians want capital and
expertise to develop hydropower for export to Thailand and Vietnam; the Khmers
need capital and infrastructure and to secure sustainable fishery resources in
the Tonle Sap (Great Lake); and the Vietnamese, while in need of capital for
the management of resources, do not want any upstream development to exacerbate
salt water intrusion in the Mekong delta during the dry season. (http://www.thewaterpage.com/mekong_river.htm)
Ergänzt man diese Bestandsaufnahme noch um die Interessen
der Provinz Yunnan bzw. um die Chinas sowie um die Myanmars an der Nutzung des
Mekongs für je eigene Zwecke, so lassen sich, folgt man der von den Autoren
eingeschlagenen Argumentationsrichtung, unschwer unterschiedliche
Konfliktszenarien zwischen verschiedenen Mekong-Anrainerstaaten um die knappe
Ressource Wasser erahnen.
Heute werden von Wissenschaftlern und Politikern zumeist
sowohl die Annahme, dass die zukünftigen Kriege solche um Wasser sein würden,
wie sie 1995 der damalige Vizepräsident der Weltbank, Ismail Serageldin,
geäußert hatte, als auch eine beispielsweise von dem Forscherteam um Thomas
Homer-Dixon geäußerte ähnliche Vermutung zurückgewiesen.
Homer-Dixon zufolge ist von allen erneuerbaren Energien das Wasser diejenige
Energieform, die am allerwahrscheinlichsten Kriege zwischen Staaten um solche
Ressourcen auslösen könnte. Unterstützung für seine Argumentation erfährt er in
gewisser Weise von Peter H. Gleick vom Pacific Institute (http://www.pacinst.org). Dieser präsentiert
eine monumentale, weltgeschichtliche Dokumentation von wasserinduzierten Konflikten
(siehe http://www.worldwater.org/conflict.htm;
zu seiner Begründung der Kategorisierung von wasserinduzierten Konflikten siehe
http://www.worldwater.org/conflictIntro.htm).
Aaron T. Wolf kommt zu gegenteiligen Schlussfolgerungen. Er bezieht sich dabei
allerdings nur auf die neuere Geschichte. Als Ergebnis seines Projektes Transboundary
Freshwater Dispute Database (http://www.transboundary
waters.orst.edu/) stellt er fest:
In modern
times, only seven minor skirmishes have been waged over international waters.
Conversely, over 3,600 treaties have been signed over different aspects of
international waters – 145 in this century on water qua water – many showing
tremendous elegance and creativity for dealing with this critical resource. (Siehe
http://ucowr.siu.edu/updates/pdf/V118_A5.pdf)
Wie immer man diesen Disput bewertet, es ist nicht von der
Hand zu weisen, dass die ökologischen Schäden, die aus den zumeist wenig
nachhaltigen Nutzungsweisen des Mekong entstehen und die mit den in allen
Ländern des Mekong Basin verfolgten Wirtschaftsstrategien in
Zusammenhang stehen, die soziale Stabilität in diesen Ländern gefährden. Dies
ist jedenfalls die These von Lorraine Elliot, die sie in einer Ausgabe der
(bereits besprochenen) Serie Mekong Update and Dialogue entwickelt und
für die sie folgende Belege anführt (siehe http://www.mekong.es.usyd.edu.au/publications/mekong_updates/update5.1.pdf):
A
substantial proportion of the region's 240 million people depend directly or
indirectly on the ecological health of the river and associated ecosystems for
their livelihoods. Deforestation, the impact of over-fishing and land-use
changes, pollution, the ecological consequences of water management (and
mismanagement), and the loss of biodiversity are real and proximate sources of
insecurity, especially for the region's poor and disadvantaged of whom there
are many. The causes lie to a great degree in the pursuit of a different kind
of security – economic security – at a national level and at a regional level
under the auspices of agencies such as the Asian Development Bank. This
strategy of turning battlefields into marketplaces through, among other things,
the 'industrialised' exploitation of the waters of the Mekong and the
commercialisation of riverbasin agriculture are seen by governments as crucial
to economic development and entry into the world trading economy. The environmental
consequences are well known. Commercial agriculture, the over-use of
fertilisers and the expansion of often poorly designed and managed irrigation
systems have resulted in soil and water pollution. Fisheries and rice
production are made vulnerable. The cycle of poverty is reinforced and life
remains precarious. This, more than the threat of war or conflict, is insecurity
for the people of the Mekong. (2f.)
Aus Mangelsituationen und Unsicherheiten können sich
soziale und politische Konflikte in den Ländern des Mekong Basin entwickeln,
folgert Elliot:
Common
property resources, which involve subsistence and social-cultural access to
forest lands and river waters, are being privatized and corporatised in the
hands, frequently, of economic elites. Local communities are forcibly resettled
so that dam construction can proceed. Local peoples are rarely consulted in a
way that provides them with real opportunities to negotiate or contest such
policies. Those vulnerabilities can also exacerbate social tensions and
conflicts between competing groups of users (…) and engender local resistance
to environmental scarcities and economic policies. (2)
Systematisiert man mögliche ressourcenzentrierte
Konflikte, wie dies beispielsweise Goh (2001) tut, so lassen sich im Bereich
des Mekong Basin folgende drei Konfliktmuster erkennen:
-
traditionelle upstream/downstream water allocation
conflicts (die mit den unterschiedlichen Machtressourcen zusammenhängen,
welche zum Beispiel China und Thailand im Vergleich zu Laos und Kambodscha zur
Verfügung stehen);
-
Bedrohungen, die sich aus der Gefährdung der
ökonomischen Sicherheit speisen ("in terms of national economic
vulnerability, bilateral relations and international financial arrangements in
big water development projects");
-
innerstaatliche und Probleme zwischen
Staaten, welche die human security betreffen ("in terms of the
implications of hydropower projects for ecological and human communities")
(492).
In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sind
Verbindungen zwischen ökologischen Erfordernissen und sozialer Stabilität,
zwischen ökonomischer Strategie und ökologischer Zerstörung und sich daraus
entwickelnde innergesellschaftliche Konflikte (die wiederum Auswirkungen auf
zwischenstaatliche Beziehungen haben können) im Rahmen verschiedener Konzepte
diskutiert worden. Uns interessieren hier vor allem solche Konzepte, die sich
auf den Erhalt von Sicherheit konzentrieren. Am umfassendsten sind sicherlich
solche Konzepte, die auf den Erhalt bzw. die Verbesserung der human security
fokussieren und dabei diejenigen Vorstellungen einschließen, die sich auf
den Erhalt der ökologischen Sicherheit (ecology security) konzentrieren.
Diese allgemeinen Diskussionen können und wollen wir hier aber nicht vertiefen.
Im Folgenden sollen solche Websites vorgestellt werden,
die für die Debatte über mögliche Gefährdungen der politischen, sozialen und
ökologischen Sicherheit im Mekong Basin Ressourcen der
unterschiedlichsten Art bereitstellen. Es geht uns also um im Internet
aufzufindende Quellen, die im weitesten Sinne Beiträge zur traditionellen wie
nichttraditionellen sicherheitspolitischen Debatte in der und um diese Region
darstellen. Durch solche Informationsangebote und Analysen sowie deren
(implizite oder explizite) Ausrichtung und Zuspitzung hin auf eine sicherheitspolitische
Debatte wird die zu enge Diskussion um den Bau und die Gefährdungen durch Staudämme
oder um die Gefahren, die von Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur in der
Region ausgehen, in sinnvoller Weise ausgeweitet hin zu einer Auseinandersetzung
über die Formen und Inhalte der politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und
kulturellen Zukunft der Region und deren potenzielle Gefährdungen.
Da eine solche sicherheitspolitische Diskussion noch
relativ jung ist (in einer systematischen Weise begann sie unseres Wissens erst
Mitte der 1990er-Jahre, auch diese Region zu erfassen), verweisen wir in diesem
Artikel auch auf solche Forschungsprojekte, die gerade erst begonnen haben,
deren Ergebnisse aber zu beachten sein werden. Hinweisen wollen wir auch auf
eine weitere Abweichung von der von uns in vorangegangenen Artikeln verfolgten
Darstellungs- und Bewertungsweise: Ausnahmsweise geht es uns in diesem Artikel
weniger um eine ausführliche Darstellung und Bewertung von Websites. Sehr viel
mehr Bedeutung müssen wir dieses Mal der Frage zumessen, welche Ressourcen
überhaupt das Internet für das oben genannte Problem bereitstellt und wo wir
solche gefunden haben. Denn entgegen einer weit verbreiteten Annahme,
derzufolge das Internet nahezu unbegrenzt Informationen zu allen erdenklichen
Themen bereithält, erweist sich der Fundus bei einer Fokussierung des Themas
auf die Region des Mekong Basin als nicht sehr ergiebig.
Abschließend soll in diesem Artikel noch auf eine Website eingegangen werden,
die eine kontinuierliche, tagesaktuelle Information über die Entwicklung in der
Mekong-Region ermöglicht.
Das World Resources Institute (WRI) (http://www.wri.org/) ist ein unabhängiges,
nicht-profit-orientiertes Institut, das mehr als 100 Wissenschaftler der
unterschiedlichsten Fachrichtungen beschäftigt. Es arbeitet an der
Schnittstelle zwischen Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung:
Work
focuses on protecting Earth's living systems, increasing access to information,
reversing global warming, and creating sustainable enterprise and opportunity.
The scale of WRI's activity ranges from local studies to national, regional,
and global assessments, and specific topics are grouped in the categories […]
agriculture and food; biodiversity and protected areas;
business and economics; climate change and
energy; coastal and marine ecosystems; forests, grasslands and drylands; governance and institutions; population, health and human well-being; resource and materials use; water resources and
freshwater ecosystems.
Zu all diesen Themen bietet das Institut neben aktuellen
Neuigkeiten (zu finden im jeweils auf das Thema begrenzten newsroom mit newsroom
highlights sowie einem Link, der zu allen bisher publizierten Nachrichten
führt) eine – nach einer nur Sekunden in Anspruch nehmenden Anmeldung –
durchsuchbare Datenbank, Karten und Länderprofile (dies geschieht im Rahmen von
Earthtrend, dem Umwelt-Portal des WRI, siehe http://earthtrends.wri.org/) sowie
weitere, besondere features an. Die Website ist einfach und
übersichtlich gestaltet und dennoch auch unter ästhetischen Gesichtspunkten
ansprechend. Die Datenbank arbeitet sehr schnell, sie bietet zeitnahe,
zuverlässige Informationen, die für Länderspezialisten wie für andere Experten
eine Fundgrube darstellen.
Für unsere Thematik von besonderem Interesse ist zum einen
die watershed site mit einer Sammlung besonderer Daten, Karten und
technischen Informationen zum Mekong (Letzteres sind Erklärungen zu und
Definitionen von verwendeten Indikatoren sowie Verweise zu den Bezugsquellen,
größtenteils sind diese mit Links versehen) (http://www.earthtrends.wri.org/maps_spatial/watersheds/index.cfm).
Basisinformationen sowie Daten zur Biodiversität ergänzen die Karten. Besonders
nützlich ist zum anderen die Website, die sich dem Thema Governance
and Institutions verschrieben hat (http://governance.wri.org/publications.cfm).
Neben einer Vielzahl von (abgeschlossenen und laufenden und jeweils
zusammenfassend beschriebenen) Projekten und dem Verweis auf deren Publikation
(siehe http://governance.wri.org/projects.cfm),
finden sich für Leser dieses Artikels zwei wichtige Publikationen aus dem Jahr
2002, die der Region des Mekong Basin gewidmet sind:
-
Die eine ist betitelt Transboundary Envirnomental
Governance (zum Download und im pdf-Format zu finden unter http://governance.wri.org/pubs_pdf.cfm?PubID=3160).
Neben der englischen finden sich auch noch eine chinesisch-, eine
vietnamesisch- und eine laotischsprachige Version. Die Studie erkundete die
Möglichkeiten
for enhancing
regional environmental governance by examining political, economic, and
environmental response to transboundary environmental challenges through four
prominent regional institutions: ASEAN, ADB, ESCAP, and the MRC.
-
Die andere Untersuchung, das Mekong Regional
Environmental Governance (MREG) Project, verfolgte das Ziel
[…] to
provide decision-makers, researchers, academics and NGO advocates with an
opportunity to discuss the challenges of environmental governance at the
regional scale. The MREG project was convened through a series of three
meetings, beginning in June 2000 and completed in April 2001, held in Chiang
Mai, Phnom Penh, and Vientiane. In addition to dialogue activities,
participants contributed Perspective Papers to inform the process and enrich
the group's understanding of the diversity of views.
Die Ergebnisse dieser 10-monatigen Studie stehen als pdf-file
zum Herunterladen bereit (http://pubs.wri.org/pubs_content_text.cfm?ContentID=2064).
Eine mailing list, die monatlich über neue
Aktivitäten von WRI und neue Quellen der Website informiert
(siehe http://www.wri.org/email_list.html)
sowie eine Suchmaschine, die das umfangreiche Angebot von WRI durchforstet
und ein nach Büchern, Artikeln, Projekten, Meldungen und pdf-files sortiertes
Ergebnis präsentiert, runden das Angebot des World Resources Institute ab.
Eine weitere Fundgrube für unsere Themenstellung stellt
die Digital Library of the Commons dar, die an der Universität von
Indiana angesiedelt ist (http://dlc.dlib.indiana.edu/about.html):
The
Digital Library of the Commons (DLC) provides free access to an archive of
international literature on the commons, common-pool resources and common
property. Features for authors and readers include advanced searching; browsing
by region, sector, and author name; an author submission portal for uploading a
variety of documents formats; and a service that uses email to alert subscriber
to new documents in their area of interest.
Die einfach und unaufwendig gestaltete Website bietet
einen nach Schlüsselbegriffen geordneten Thesaurus, eine umfassende
Bibliographie zum Thema (Commons), auf unterschiedliche Unterthemen
bezogene Bibliographien, Papiere zum Thema, Zugang zu kostenlos nutzbaren online
journals and newsletters und einen Verweis auf related sites. Die digitale Bibliothek gliedert den
Gegenstand Commons, Common Pool Resources und Common Property entlang
folgender Schlagwörter und Begriffe: Agriculture, Fisheries, Forest
Resources, General and Multiple-use Commons, Global Commons, Grazing Areas,
History, Information and Knowledge Commons, Land tenure and Use, New Commons,
Social Organization, Theory and Experimental, Urban Commons, Water Resources und
Wildlife (was dabei unter den jeweiligen Begriffen verstanden wird, wird
erläutert unter: http://dlc.dlib.indiana.edu/contentguideslines.html).
Eine Suche nach Artikeln zum Stichwort Mekong (mit und
ohne den Zusatz region) führt in Sekundenschnelle zu 12 alphabetisch
geordneten, durchweg relevanten Artikeln aus den Jahren 1998 bis 2003, so zum
Beispiel zu Arbeiten von John Dore, Philip Hirsch oder Joakim Ojendal. Die
Papiere stehen im pdf-Format zum Herunterladen bereit. Zwei deutliche Nachteile
seien aber nicht verschwiegen: Zum einen fehlt das Stichwort human security
bzw. führt die Eingabe dieses Begriffes zu keinerlei Funden, und zum anderen
scheint die Suchmaschine nicht gegen Fehler gefeit zu sein: Wenn wir in die
Suchroutine zusätzlich zum Wort Mekong das Wort basin eingeben, fällt
das Ergebnis drastisch anders aus: Die Zahl der Funde verringert sich um die
Hälfte.
Wie oben schon erwähnt, werden der Fortgang und die
Resultate von drei Forschungsprojekten zu beachten sein: Zum einen ein Projekt
des (bereits besprochenen) Mekong River Resource Center von der University of
Sidney, das sich dem Thema widmet Toward a Political Ecology of Risk in
River Basin Development: the Case of the Mekong. Als Ziel des Projektes
wird genannt:
The
objective of this project is to examine the multi-scaled social construction,
and more specifically mediation of risk associated with environmental change
and large scale development interventions in the Mekong Region. The research aims
to make a theoretical contribution to the rapidly emerging field of political
ecology, by moving beyond an analysis of winners and losers based on certainty
and post-facto impacts. It moves beyond the actuarial notions of risk of the
environmental risk assessment professional and works toward an analysis driven
by the inherent uncertainties that underlie the individual construction; and
the institutional and process responses, and social distribution of
environmental risk. (siehe http://www.mekong.es.usyd.edu.au/projects/risk.htm)
Die Laufzeit des Projekts umfasst die Jahre 2003 bis 2005,
(Zwischen-)Ergebnisse werden sicherlich entweder auf der Homepage des
Mekong River Resource Center bereitgestellt und/oder in der Serie Mekong
Update and Dialogue publiziert werden (siehe http://www.mekong.es.usyd.edu.au/publications/mekong_updates/).
Zum anderen ist auf ein auf fünf Jahre angelegtes, vom
chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung gefördertes Projekt des
Asian International Rivers Center an der Universität von Yunnan zu verweisen. Es
widmet sich der Erforschung der Ecosystem Changes in Longitudinal
Range-Gorge Region and Transboundary Ecological Security in Southwest China
(2004-2008) (siehe http://www.lancang-mekong.org/English_site/Eng_projects/eng_projects_main.asp). Diese
regionale Untersuchung bezieht das Basin des Lancang-Mekong (neben vier
weiteren südchinesischen river basins) ein. Dabei geht es um die
mögliche Gefährdung der grenzüberschreitenden ökologischen Sicherheit entlang
Chinas Grenzen mit Burma, Laos und Vietnam sowie internationalen issues
(wie es offiziell höflich umschreibend heißt) bezüglich Thailand und
Kambodscha. Ausgangspunkt des Projekts ist die folgende Erkenntnis:
Over the
past half century, the region served as a resource base for timer and minerals
needed to fire economic development. This resulted in rapid and drastic changes
in ecosystem and species diversity. Proposed and ongoing development programs,
such as the national Western Development, Greater Mekong Subregional Economic
Cooperation (GMS) and China-ASEAN free trade zone development (10 plus1),
threaten to bring unprecedented disturbance to the region's ecosystem. Present
and emerging threats to ecological security have caught tremendous attention
worldwide. This research is critical and significant for enhancing ecosystems
health and transboundary ecological security.
Das Projekt ist in fünf Teilprojekte unterteilt, deren
Beschreibung über die Projektadresse zu erreichen ist (zu den Problemen, auch
tatsächlich dorthin zu gelangen, siehe Fußnote 6). Seine Ziele werden wie folgt
beschrieben:
uncover
drivers of ecosystem change, particularly stemming from multiple, large scale
disturbances, identify mechanisms for maintaining ecosystem diversity, develop
evaluation indices for the ecological impacts of major engineering projects,
develop methodologies to maintain ecological security across political borders,
develop the scientific basis for environmental restoration and sustainable
infrastructure construction, and environmental diplomacy.
Zum Dritten ist ein Projekt zu nennen, das vom Institute
of Defence and Strategic Studies (IDSS) in Kooperation mit der Nanyang
Technological University, Singapore (und Untersützung der Ford Foundation)
durchgeführt wird, das Non-Traditional Security Issues in Asia erforschen wird
(Laufzeit: 2003-2005) (http://www.idss-nts.org/theme_environ.htm
bzw. http://www.idss-nts.org/phase2_intro.htm).
Das Vorhaben verfolgt zwei Stoßrichtungen. In unserem thematischen Zusammenhang
ist das von Evelyn Goh betriebene Teilprojekt von Interesse. Es geht von den
Problemen aus, die sich aus der Nutzung des Mekong durch China in der Provinz
Yunnan für die Anrainer im Unterlauf des Mekong ergeben und die auch damit
zusammenhängen, dass die Volksrepublik sich anhaltend einer Mitgliedschaft in
einem, solche Aktivitäten koordinierenden regionalen Zusammenschluss (damit ist
vor allem die Mekong River Commission gemeint) verweigert. Goh fragt nach Möglichkeiten,
Wegen und Aussichten, diese Politik zu ändern ("China in the Mekong
River Basin: The Regional Security of Resource Development in the Lancang Jiang").
Aufmerksamkeit verdienen auch einzelne Aktivitäten, auf
welche die Websites des Learning Across Boundaries in the Greater Mekong
Subregion der Rockefeller Foundation und seiner Kooperationspartner hinweisen
(http://www.rockmekong.org/index.html).
Zu den Partnern der Rockefeller-Stiftung in der Region zählt die im Bereich von
ecology security und human security sehr aktive Chiang Mai University.
Diese hat im Jahr 2003 gleich zwei Konferenzen zu diesen Themen abgehalten, die
(meisten) Beiträge sind im Netz publiziert. Die erste Konferenz fokussierte auf
das Thema Social Challenges for the Mekong Region (die Konferenzpapiere
sind zu finden unter: http://www.rockmekong.org/pubs/01pub_lab.htm#2003),
die zweite widmete sich der Thematik Politics of the Commons: Articulating
Development and Strengthening Local Practices (die Beiträge finden sich
unter http://www.rockmekong.org/pubs/cmu/cmu_menu.htm).
Leider ist die Region des Mekong Basin für das
Woodrow Wilson Center for Scholars (http://www.wilsoncenter.org/)
von eher randständigem Interesse. Das Institut ist traditionell den sehr
spezifischen US-amerikanischen Interessen verhaftet und bietet daher in unserem
Zusammenhang sehr wenige und dann zumeist auch nur solche Informationen an, die
China betreffen. Dies und die sehr geringe Ausbeute an Ressourcen ist um so
befremdlicher, als das Center in seinem Asien-Programm angibt, man
konzentriere sich darin auf fünf geographische Gebiete: Neben China nennt man
Japan, Korea, Südasien und Südostasien (siehe http://www.wilsoncenter.org/index.cfm?topic_id=1462&fuseaction=topics.intro).
Und obwohl man in der Beschreibung des Asien-Programms den Bau von Staudämmen
in China als ein großes Problem benennt, finden sich bislang keine spezifischen
Publikationen, Dokumente oder Analysen dazu.
Für unsere Fragestellung findet sich auch im China Environmental Forum bislang
kein diesbezügliches Projekt und auch keine für unser Thema relevante
Veröffentlichung (siehe http://wwics.si.edu/index.cfm?fuseaction=topics.home&topic_id=1421).
Ähnlich wenig ergiebig für unsere Fragestellung sind auch die Websites des
Conflict Prevention Project (siehe http://www.wilsoncenter.org/index.cfm?fuseaction=topics.home&topic_id=1411)
und die Website des Environmental Change and Security Project
(ESCP) (siehe http://www.wilsoncenter.org/index.cfm?fuseaction=topics.home&topic_id=1413).
Der einzig relevante Fund mag ein die Diskussion anregender Beitrag von Adil
Najam sein im ECSP Report 9 zum Thema The Human Dimenions of Environmental
Security: Some insights from South Asia (siehe http://wwics.si.edu/topics/pubs/feature_najam_59-66.pdf).
Zu unserer Fragestellung arbeitet auch das Nautilus
Institute (http://www.nautilus.org). Im
Laufe der letzten Jahre hat das Institut jedoch seinen regionalen Fokus
(leider) stark nach Nordost-, Zentral- und Ostasien verschoben. Die letzten
Publikationen zum Beispiel zum Thema Civil Society and the Future of
Environmental Government bzw. zum Thema Environmental Security in
a World of Perpetual War stammen aus den Jahren 1999-2001. Offensichtlich
wird diese Forschungsrichtung von Nautilus nicht mehr weiterverfolgt. Die
erwähnten Papiere finden sich unter den folgenden Adressen:
http://www.nautilus.org/papers/enviro/ADBoutlook.pdf;
http://www.nautilus.org/papers/enviro/zarsky_tay.html;
http://www.nautilus.org/papers/enviro/zarsky-usaep.html;
http://www.nautilus.org/papers/security/EnvironmentalSecurity-War.pdf.
Ebenso wenig ergiebig für unsere Fragestellung sind die
Ergebnisse, die unsere Recherche beim International Development Research Centre
– Science for Humanity (http://web.idrc.ca/ev_en.php)
ergibt. Bei der Durchsuchung der ansprechend aufgemachten Website finden
wir nur sehr wenige Studien, die das Mekong Basin und die diesem Artikel
zugrundeliegende Thematik betreffen – so zum Beispiel eine Studie von Philip
Hirsch, betitelt Promoting a Community-based Approach to Watershed Resource Conflicts
in Laos (siehe http://web.idrc.ca/en/ev-5252-201-1-DO_TOPIC.html).
Auch wenn das Informationsangebot der zuletzt genannten
Institute recht dürftig ist – für einen Leser, der stets informiert sein will
über die politische, soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung im Mekong
Basin, hält das Internet noch eine gute Quelle bereit: die mit Our
Mekong überschriebene, auch ästhetisch ansprechend gestaltete Website von
Inter Press Service (IPS) (http://www.ipsnews.net/mekong/index.shtml).
IPS begleitet vor allem die auf rasches wirtschaftliches Wachstum ausgerichtete
Entwicklung der Region kritisch und aus der Perspektive eines investigativen
Journalismus. Damit ein solcher Journalismus auch in der Region des Mekong
Basin weiterhin gepflegt wird, unterhält der Presseservice, mit Unterstützung
der Rockefeller Foundation, das 'Our Mekong' Media Fellowship
Programme. In ihm werden 2004 zum dritten Mal Journalisten aus der Region
gefördert, die sich zum einen mit einer Vision der Greater Mekong Subregion beschäftigen
und sich zum anderen dabei solchen grenzüberschreitenden Problemen zuwenden,
die von den Sponsoren als Ergebnis der Entwicklung der Region in Zeiten der
Globalisierung verstanden werden.
Literaturhinweis:
Goh, E., "The
Hydropolitics of the Mekong River Basin: Regional Cooperation and Environmental
Security", in: Tan, A.T.H/Boutin, J.D.K. (eds.): Non-Traditional
Security Issues in Southeast Asia, Singapore 2001 (Select Publishing for
Institute of Defence and Strategic Studies), S. 468-506
Ismail
Serageldin hatte sich folgendermaßen geäußert: "The wars of the next
century will be about water" (zit. nach The New York Times von
10. August 1995).
Eine Liste von Veröffentlichungen, die aus
dem genannten Projekt zwischen 1998 und 2004 hervorgegangen sind, findet sich
unter der folgenden Adresse: http://www.transboundarywaters.orst.edu/publications/.
Alle Texte stehen im pdf-Format zum Herunterladen bereit.
Das Internet ist für diese allgemeine
Thematik eine reiche Quelle. So findet man beispielsweise unschwer instruktive
Aufstellungen über unterschiedliche Definitionen von human security (siehe
dazu die knappe Aufstellung unter
http://www.hsph.harvard.edu/hpcr/events/hsworkshop/comparison_definitions.pdf
und die ausführlichen Definitionen unter http://www.hsph.harvard.edu/hpcr/events/hsworkshop/list_definitions.pdf).
Der letztgenannten Website
entnehmen wir die nachfolgende Definition von Ramesh Thakur: "Human
security refers to the quality of life of the people of a society or polity.
Anything which degrades their quality of life – demographic pressures,
diminished access to or stock or resources, and so on – is a security threat.
Conversely, anything which can upgrade their quality of life – economic growth,
improved access to resources, social and political empowerment, and so on – is
an enhancement of human security." Und Evelyn Goh stellt zum Thema environmental
security fest: "The concept of environmental security consists of
two key elements: (a) the relationship between environmental degradation and
conflict – this speaks to the 'traditional' national security concern about
environmental factors contributing to potentially violent inter-state
conflicts; (b) the relationship between environmental degradation and social
welfare – this is the 'non-traditional' area of 'human security' which concerns
itself with the potentially adverse effect of environmental scarcity and
degradation on the well-being of communities." (Evelyne Goh, "Environmental
Security in Southeast Asia"", Draft Paper presented at
UN-Ford Foundation Conference on 'A New Security Agenda? Non-Traditional
Security in Asia', United Nations Headquarters, New York, 15 March 2002, S. 1,
siehe: http://www.ony.unu.edu/seminars/securityinasia/goh.pdf).
Ganz anders sieht das Ergebnis aus, wenn man
Ressourcen sucht, die sich ganz allgemein zum Beispiel mit den Auswirkungen von
globalen umweltbezogenen Wandlungsprozessen auf human security befassen,
siehe dazu zum Beispiel die Bibliographie, die das Global Environmental Change
and Human Security-Projekt (GECHS) an der University of California,
Irvine, bereitstellt (http://www.gechs.org/INES/inespubs.shtml). Diese
Bibliographie endet im Jahr 2000. Eine neuere Darstellung des
Diskussionsstandes findet sich im GECHS Professional Report aus dem
Jahre 2002 (Global Environmental Change and Human Security: Conceptual and
Theoretical Issues, siehe http://www.gechs.uci.edu/gechsprdraffinal.pdf )
oder, aus dem selben Jahr, eine Darstellung betitelt State of the Art Review
on Environment, Security and Development-Co-operation, die The World
Conservation Union (IUCN) herausgegeben hat (siehe
http://www.iisd.org/pdf/2002/envsec_oecd_review.pdf ).
Der Verweis auf ausschließlich frei
zugängliche Journale ist sinnvoll und erfreulich – landet der interessierte
Benutzer bei anderen Websites bei solchen Verweisen doch oft genug auf
der Homepage eines Journals, auf der in ultimativem Tone verkündet wird, dass
man als Nicht-Abonnent keinen Zugang zu der online version des Journals
hat oder einen solchen teuer bezahlen muss. Allenfalls darf man auf solchen
Websites dann auf einige wenige, von den Herausgebern ausgesuchten
Artikel aus zumeist älteren Ausgaben zugreifen. Man spart sich also nicht den
Weg in die Bibliothek und ist allenfalls um eine Enttäuschung reicher.
Beachtet werden sollten auch die Ergebnisse
des ebenfalls an dem genannten Center angesiedelten Projektes River Basin
Development: A negotiated Approach, das zwei Fallstudien aus Thailand und
Laos einschließt und 2004 beendet sein wird (siehe
http://www.mekong.es.usyd.edu.au/projects/bothends.htm).
Die Website befindet sich noch im
Aufbau. Wir haben die site zu unterschiedlichen Zeitpunkten besucht,
zuletzt am 13.5.2004 – zumindest an diesem Tag führte der Link zu dem
Lancang-Mekong Projekt leider zu einem anderen Vorhaben.
Auf
der Homepage des Asienprogramms des Center heißt es in diesem
Zusammenhang: "Some of the government's solutions to water problems,
like major dam projects, have further degraded water quality and displaced more
than 1,5 million people. The situation is ripe for water-related conflicts that
potentially could cripple the country's rapidly growing economy, making quick
resolution ever more important." (siehe
http://www.wilsoncenter.org/index.cfm?topic_id=1462&fuseaction=topics.item&news_id=62073).
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang
allerdings, dass das China Environment Forum im Rahmen des China
Environment Series einige für die China-bezogene Umweltforschung relevante
und kostenlos herunterzuladende Publikationen bereithält (siehe
http://wwics.si.edu/index.cfm?topic_id=1421&fuseaction=topics.publications).
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